Suche und Erkundung von Primärrohstoffen

Bohrkerne, die einer Erzlagerstätte in Chile entnommen wurden

Carl-Diedrich Sattler, TU Clausthal

Moderne Explorationsmethoden und -konzepte sowie der steigende Bedarf an Metallen für die Hightech-Industrie rücken die klassischen deutschen Erzlagerstätten im Erzgebirge, Harz, Schwarzwald und Siegerland wieder in den Fokus wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Interesses.

Niedrige Metallpreise, Umweltaspekte, sinkende Metallgehalte in den Erzkörpern und zunehmende Abbautiefen führten Anfang der 1990er Jahre aus wirtschaftlichen Gründen zur Einstellung des Erzbergbaus in Deutschland und zum Ende weiterer Erkundungen. In r4 werden nun neue Konzepte zur Erkundung und Abschätzung der deutschen beziehungsweise euro­päischen Rohstoffpotenziale entwickelt. Dieses geschieht auf der Grundlage der damaligen Lagerstättenkenntnisse, kombiniert mit seitdem weltweit weiterentwickelten Methoden und Modellen. Schwerpunkte liegen dabei unter anderem auf der Tiefensondierung von Lagerstätten sowie auf der Erforschung von bisher wenig berücksichtigten Anreicherungen wirtschaftsstrategischer Metalle, wie Antimon, Gallium, Germanium, Indium, Kobalt, Niob, Tantal und Wolfram.