GERRI: Zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle der deutschen Rohstoff-Forschung

„GERRI“ ist ein nationales Netzwerk der Forschung zu metallischen und mineralischen Rohstoffen. Der Verbund aus fünf Instituten beabsichtigt zweierlei: „GERRI“ repräsentiert die gesamte deutsche Forschung dieses Bereiches mit Schwerpunkt auf Ressourcentechnologien. Er ist zugleich Anlaufstelle für Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu allen Fragen entlang der Rohstoffkette – von Primärrohstoffen bis zum Recycling. Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe“ gefördert. „r4“ sichert Hightech-Ressourcen und damit Zukunft.

Fünf Gründungspartner

Die fünf Gründungspartner Bergakademie TU Freiberg, das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) am Helmholtz Zentrum Dresden-Rossendorf, die RWTH Aachen, die TU Clausthal und die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS haben sich 2015 zum virtuellen Rohstoff­forschungsinstitut „GERRI“ (German Resource Research Institute) zusammengeschlossen. Das Netzwerk wird die gesamte deutsche Forschung im Bereich Ressourcentechnologien im mineralischen/metallischen Sektor mit besonderem Schwerpunkt auf wirtschaftsstrategische Rohstoffe repräsentieren, inhaltlich fördern und Anlaufstelle insbesondere für internationale Akteure aus Forschung, Wirtschaft und Politik sein. Damit verfolgt „GERRI“ das Ziel, einen nationalen Nukleus für eine aufeinander abgestimmte gemeinsame Forschung im Rohstoffbereich einzurichten. „GERRI“ unterstützt deutsche Partner bei der Akquise internationaler Projekte.

Diagramm GERRI

GERRI mit seinen Gründungspartnern (innerer Kreis) und geplanter Erweiterung (äußerer Kreis)

GERRI

Deutsche Rohstoff-Forschungsexzellenz

„GERRI“ ermöglicht es, dass die deutsche Rohstoff-Forschungsexzellenz künftig mit einer Stimme sprechen wird. Industrie, Kommunen, Politik und Behörden wenden sich an einen Ansprechpartner, der entlang der gesamten Wertschöpfungskette metallischer und mineralischer Rohstoffe innovative Lösungen zu technischen Fragestellungen anbieten kann. Die Partner des Netzwerks sind dank ihres breiten Spektrums von Natur- und Ingenieurs-, Gesellschafts- bis zu Wirtschaftswissenschaften in der Lage, sowohl gezielt technische Einzelanfragen zu beantworten, als auch komplexe Fragestellungen aus einem transdis­ziplinären Ansatz heraus anzugehen. Beispielsweise bei der primären Rohstoffgewinnung, beim Recycling oder bei der Suche nach geeigneten Substitutionsmöglichkeiten von Roh­stoffen.

Das Netzwerk wird daran arbeiten, im Bereich wirtschaftsstrategischer Rohstoffe Transparenz über Kernkompetenzen und Infrastrukturen in der deutschen Forschungslandschaft zu schaffen. Um so bereits existierende Komplementaritäten und Synergien besser darzustellen, zu nutzen sowie die zukünftige Ausrichtung hinsichtlich Forschungsstrategie, Neuanschaffungen etc. zielorientiert aufeinander abstimmen zu können.

Virtuelles Rohstoff-Forschungsinstitut

Das Netzwerk wird im Sinne eines virtuellen Instituts eingerichtet und soll langfristig zu einer selbstständigen Institution verstetigt werden. Zunächst werden die Hauptstandorte der Partner in Freiberg, Aachen, Clausthal und Alzenau/Hanau vernetzt. In einem nächsten Schritt werden weitere wichtige deutsche Standorte der Rohstoffforschung in Form assoziierter Partnerschaften in das stabilisierte Netzwerk integriert. Eine enge Verzahnung mit der 2015 gegründeten Europäischen Wissens- und Innovationsgemeinschaft EIT RawMaterials ist gegeben, da die EIT RawMaterials GmbH als Verbundpartner an dem Projektvorhaben ab 2016 beteiligt ist.

Alle fünf Gründungspartner sind zu gleichen Teilen am Aufbau des Netzwerks beteiligt. Das Projektmanagement übernimmt das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF). In der ersten Phase erfolgt eine Analyse, „Kompetenzmapping“ der fünf Kernpartner sowie die Entwicklung der „Marke“ GERRI. Dies ist verbunden mit der Definition des Grundkonzepts, konkreter Inhalte und Ziele sowie dem Aufbau der Organisationsstruktur und der Zuweisung von Verantwortlichkeiten. Darauf basierend erfolgt die Einrichtung einer Website sowie einer Plattform für die Kommunikation der Partner untereinander. Ebenfalls soll die analytische Infrastruktur der einzelnen Partner allen GERRI-Partnern zur Nutzung angeboten werden, wofür die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen sind.

In der zweiten Phase ab Mitte 2017 beginnt die Operationalisierung des virtuellen Instituts. Das Netzwerk wird weitere Partner aufnehmen und konkrete Schritte zur Akquise von Projekten erarbeiten.