HTMET: Wissenschaftler erstellen deutschlandweites Kataster für wertvolle Hightech-Ressourcen

Im Projekt „HTMET“ erstellen Forscher im Verbund mit Unternehmern ein Kataster, das der Ressourceneffizienz dient. Sie analysieren und bewerten Vorkommen von Hightech-Rohstoffen wie Gallium, Indium und Germanium in heimischen stillgelegten Bergwerken. Damit schließen sie eine Lücke, denn systematische Arbeiten wurden in den 90er Jahren eingestellt. Das „HTMET“-Kataster bildet nun die Grundlage für eine nachhaltige Erschließung. Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe“ gefördert. „r4“ sichert Hightech-Ressourcen und damit Zukunft.

Auf Spurensuche in alten Bergwerken

Erstellt ein deutschlandweites Kataster von Hightech-Ressourcen: Das „HTMET“-Forschungsteam.

Graupner und Kuhn, BGR

Deutschland als Hochtechnologiestandort hat einen hohen und perspektivisch steigenden Bedarf an wirtschaftsstrategischen Rohstoffen, bei einer gleichzeitig starken Importabhängigkeit für Metallrohstoffe. Sulfidische Buntmetallmineralisationen enthalten neben den Hauptwertmetallen Blei, Zink und Kupfer auch Anreicherungen an hochtechnologierelevanten Spurenelementen. Beispiele sind Germanium, Gallium, Indium und Antimon aber auch Gangarten, beispielsweise Flussspat (CaF2) in hoher Qualität.

In den letzten zwei Dekaden fehlte das ökonomische Interesse der Industrie an eigenen Bergbauaktivitäten in Deutschland. Als Folge gibt es in diesem Zeitraum keine systematische Arbeit zu hiesigen Vorräten an Metallerzen, insbesondere hinsichtlich der vorgenannten Spurenelemente. Ziel des Verbundvorhabens HTMET ist deshalb eine systematische Erfassung der Potenziale solcher Mineralisationen in Deutschland und angrenzenden Regionen der EU, mit dem Ansatz der wirtschaftlichen Nutzung möglichst aller Lagerstätteninhalte. Es wird nie einen Bergbau nur auf Spurenelemente geben, sondern immer in Kombination mit den Hauptwertmetallen. Die erfassten Rohstoffpotenziale werden bewertet und spurenelementreiche Erztypen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Verwendbarkeit exemplarisch dargestellt.

Kataster heimischer Erze für Hochtechnologie-Metalle

Im Einzelnen sollen folgende Ziele erreicht werden: Basierend auf Untersuchungen an Sammlungsbeständen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und Partnern wird ein geochemisch-mineralogisch-wirtschaftsökonomisches Kataster (GMWK) der „Hightech-Rohstoffhöffigkeit“ von Erzen nach genetischen Typen entwickelt. Unter Verwendung eines neuartigen „multi­kriteriellen Bewertungskonzeptes“ werden höffige Lagerstättendistrikte und wichtige Standorte im Arbeitsgebiet identifiziert sowie standortbezogene Indikatoren analysiert und bewertet.

Im Gestein stillgelegter Bergwerke lagern wertvolle Rohstoffe wie Gallium, Indium, Germanium.

Klaus Stedingk

Innovative Aufbereitungs- und Gewinnungsansätze

Die exemplarische Untersuchung und Erprobung innovativer Aufbereitungs- und Gewinnungsansätze für Hightech-Rohstoff-reiche Erztypen in Labor- und Technikumsversuchen sind weitere Bestandteile des Forschungsvorhabens. Im Fokus der Laborversuche steht eine maximale Nutzung der Rohstoffe. Aus den einzelnen Prozessen werden Technologien zusammengestellt. Bewertet werden auch anfallende Rückstände und Konzepte zur Verbringung oder weiteren Nutzung erstellt.

Das GMWK und das Bewertungskonzept für Hightech-Rohstoffpotenziale stärken den Wirtschaftsstandort Deutschland und bieten Transfermöglichkeiten für weltweite Aktivitäten zur Rohstoffsicherung durch die deutsche Industrie.