MinNoBeck: Hochtechnologiemetallen im Norddeutschen Becken auf der Spur

Versteckt unter einer mächtigen Sedimentbedeckung in Norddeutschland könnten sich Hightech-Metalle befinden. Mit modernsten geowissenschaftlichen Analysemethoden ist das Projekt „MinNoBeck“ potenziellen Erz-Vorkommen im norddeutschen Becken auf der Spur. Welche Mineralisationen liegen vor? Wie wurden diese Minerale unter Mitwirkung heißer Wässer gebildet? Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe“ gefördert. „r4” sichert Hightech-Ressourcen und damit Zukunft.

Erkundung tief liegender Mineralisationen

Bohrkern

Eine Quelle für Hightech-Metalle: Bohrkern mit Baryt-Fluoritmineralisation aus der Altmark.

Dr. Volker Lüders, Helmholtz Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum

Im Rahmen des Projektes „MinNoBeck – Ressourcenpotenzial verdeckter hydrothermaler Mineralisationen im Norddeutschen Becken“ sollen jetzt erstmals Gesteinsproben aus Bohrungen im Bereich des Norddeutschen Beckens, das sich von der Nord- und Ostsee bis an den Rand der Mittelgebirge im Süden erstreckt, auf Hochtechnologiemetalle untersucht werden. Dass es Anreicherungen von Blei-, Zink- und Kupfererzen gibt, ist durch teils bis zu 3500 Meter tiefe Bohrungen im Niedersächsischen Becken und der Altmark-Senke bereits bekannt. Systematisch untersucht worden sind sie bisher nicht. Modernste geowissenschaftliche Analysemethoden sollen Aufschluss geben, welche Elemente die Mineralisationen in den Bohrkernen enthalten. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für neue Konzepte zum Auffinden tief liegender, von Sedimenten bedeckter Lagerstätten. Auch werden die Untersuchungen neue Erkenntnisse zur Bildung der Mineralvorkommen im Norddeutschen Becken liefern.

Exotische Elemente

Vor allem Hightech-Metalle sind eine wichtige Voraussetzung für Zukunftstechnologien, wie die Nutzung der Windenergie oder Elektromobilität, und somit stark nachgefragt. Zu diesen Metallen zählen die Seltenen Erden, die vor allem in Displays, mit der Energiewende aber auch verstärkt im Bereich regenerativer Energien benötigt werden. Für bislang eher „exotische“ Elemente wie Scandium, Indium, Germanium und Gallium eröffnen sich zunehmend neue Hightech-Anwendungen. All diese Elemente findet man nur selten in wirtschaftlich abbaubaren Konzentrationen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen, sind wirtschaftlich relevante Hightech-Metall- Lagerstätten im mitteleuropäischen Raum bislang nicht bekannt.

Im Bund mit Industriepartnern

Das Potenzial des Norddeutschen Beckens für wirtschaftsstrategische Metalle ist bislang kaum untersucht worden, trotz gegebener Indizien für derartige Vorkommen. Dank der am Projekt beteiligten Industriepartner ist es nun erstmals möglich, Explorations-Bohrkerne der Erdöl- und Erdgasindustrie für entsprechende Erkundungs- und Forschungsarbeiten im Rahmen von „Min- NoBeck“ zu nutzen. Das Vorhaben: Die Entstehung von Metall-Lagerstätten in tiefen Teilen von Sedimentbecken besser zu verstehen und das Potenzial des norddeutschen Beckens für derartige Lagerstätten zu bewerten.

In dem auf drei Jahre ausgelegten Projekt arbeiten Partner aus der Wissenschaft und der Industrie zusammen. Neben der Jacobs University Bremen, dem GeoZentrum Nordbayern der Universität Erlangen-Nürnberg, der Universität Göttingen und dem Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam sind diese auch folgende Firmen: EMPG Deutschland GmbH, ENGI E&P Deutschland GmbH, Vermilion Energy Germany GmbH & Co. KG und Wintershall Holding GmbH, die die Bohrkerne bereitstellen.