r⁴-INTRA: Wissenschaft sichert Anwendungsorientierung, Potenzialanalyse und Ergebnistransfer

Ziel der mit rund 60 Millionen Euro ausgestatteten Fördermaßnahme r4 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist die sichere Versorgung des Hightech-Industriestandortes Deutschland mit wirtschaftsstrategischen Rohstoffen. Die Innovationskraft der Maßnahme stärkend, begleitet das Integrations- und Transferprojekt „r4-INTRA“ die Forschung, bündelt fachliche Synergien und gibt Anwendungsorientierungen. r4-INTRA vernetzt, kommuniziert die Ergebnisse und schafft Transparenz. Potenzielle Anwender und die breite Öffentlichkeit werden frühzeitig ein­be­zogen. Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe“ gefördert. „r4“ sichert Hightech-Ressourcen und damit Zukunft.

Die Innovationskraft stärken

Gallium, Indium oder Seltene Erden – wirtschaftsstrategische Rohstoffe sind unverzichtbare Bausteine für innovative Schlüsseltechnologien, die Energiewende und die Spitzenstellung der deutschen Industrie im internationalen Wettbewerb. Kein Handy, kein Computer, keine Windkraftanlage funktioniert ohne diese Metalle. Die Liste der für die europäische Wirtschaft kritischen Rohstoffe ist lang. Mit dem Ziel, die Versorgungssicherheit hierzulande zu verbessern, das Angebot an primären und sekundären wirtschaftsstrategischen Rohstoffen durch Forschung und Entwicklung zu erhöhen, hat die Bundesregierung im Rahmen ihrer Hightech-Strategie 2020 die BMBF-Fördermaßnahme „r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe“ aufgelegt. Eingebettet in das Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werden hierfür rund 60 Millionen Euro bereitgestellt. 26 Verbundprojekte sind nach einer ersten Ausschreibung in r4 bewilligt. Mit Abschluss der zweiten Ausschreibungsrunde 2016 sind es insgesamt 40 Verbundprojekte. Führende Rohstoffforscher Deutschlands, Nachwuchs­wissenschaftler und die Industrie sind beteiligt.

Übersicht r4-INTRA

Übersichtsschema des r4-INTRA- Arbeitsprogramms.

CUTEC

Forschungsbegleitend wird das Integrations- und Transferprojekt „r4-INTRA“ die Innovationskraft der umsetzungsorientierten Verbundprojekte durch gezielte Vernetzung stärken. Dies geschieht über branchen-, technologie- und themenorientiertes Clustern der Einzelprojekte. Als Austausch- und Vernetzungsplattform zwischen den Verbünden, r4-INTRA, der Fachwelt und Öffentlichkeit wird die „Innovationsplattform Integrierte Rohstoffwirtschaft (IPIR)“ etabliert. Forschungsschwerpunkte der Fördermaßnahme r4 sind die Exploration und Gewinnung primärer heimischer Rohstoffe – im Fokus stehen die klassischen Bergbaureviere im Erzgebirge, Harz, Siegerland und Schwarzwald – sowie die Rückgewinnung und die Kreislaufführung sekundärer Rohstoffe.

Beitrag zu Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit

Da die Fördermaßnahme r4 unter dem Dach des FONA-Rahmenprogramms angesiedelt ist, spielt ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit eine besondere Rolle. Deshalb analysiert das Integrations- und Transferprojekt die Nachhaltigkeitswirkungen der Maßnahme und ihren Nutzen für die Versorgungssicherheit in gesonderten Arbeitspa­keten. Damit verbundene branchen- und technologieübergreifende Querschnittsfragen werden empirisch fundiert bearbeitet, um über die Vorhaben hinweg verallge­mei­ner­bare wissenschaftliche Ergebnisse ableiten zu können. Gleichzeitig wird das BMBF bei der Weiterentwicklung der Fördermaßnahme unterstützt.

Erfahren in der Begleitforschung

Federführend für das r4-INTRA-Projekt ist das Claus­thaler Umwelttechnik-Institut (CUTEC), zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Beteiligt sind auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Hochschule Pforzheim (HSPF). Erfahren in der Begleitung solcher Forschungsmaßnahmen, unterstützen die fünf Partner den Transfer der Ergebnisse und analysieren Potenziale hinsichtlich einer nachhaltigen Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe.

Durch gezielte und breit gefächerte Öffentlichkeitsarbeit soll ein Bewusstsein für das wichtige Thema geschaffen werden.